HSH Nordbank: Glück und Unglück ....
Die Euphorie des gestrigen Abends wurde noch in der Nacht durch Abflauen des Windes stark gedämpft. In den Morgenstunden können wir nur kümmerliche Geschwindigkeiten laufen und müssen befürchten, daß uns die bereits weiter südlich vorangekommene Konkurrenz mit besseren Winden teilt.
Zudem ist es grautrübe, naßkalt und bisweilen stark nebelig. Alles - ob an oder unter Deck - ist feucht und klamm.Über das Gefühl, uns trotz aller Umsicht irgendwie verfahren zu haben, kann uns auch eine Schule Delphine, die uns über mehr als fünf Stunden mit lustigem Spiel begleitet, nicht hinwegtrösten. Jetzt heißt es schlichtweg Nerven bewahren und darauf warten, daß die Prognose des Wetterberichts : neuer frischer Wind endlich eintrifft.
Als der dann gegen Mittag tatsächlich einsetzt, tut er es auch gleich richtig und nimmt binnen kurzer Zeit die Stärke von sieben, in Boen acht Beaufort an. Begleitet wird er dabei von entsprechend grober See, die uns ebenfalls von achtern vorandrückt.
Für unseren Spinnaker ist das zuviel, - er platzt aus den Lieken und wird umgehend durch ein kleineres 'buntes Tuch' - einen bis Sturmstärke geeigneten Gennaker - ersetzt. Mit dem surfen wir - ein anspruchsvoller seglerischer Leckerbissen - mit bis zu 25 (!) Knoten auf den Wellenkämmen. Leider bleibt unser sportlicher und nicht gänzlich risikoloser Einsatz vom Eintritt des letzteren nicht verschont. Bei einem 'Sonnenschuß' reißen Gennaker und Gennakerschot, das Segel verwickelt sich ums Vorstag und kann bei der schweren See nur unter Aufbietung aller Kräfte geborgen werden.
Mit leicht gekühltem Mütchen, gerefftem Groß, kleinem Vorsegel und immer noch viel Speed schießen wir jetzt der Heimat entgegen. Keine 300 Meilen mehr ....
Beste Grüße von Bord der HSH Nordbank
Frank
eta cuxhaven: zwischen Sonntag 23h LT und Montag 0300h LT.
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